Genossenschaftswohnung in Deutschland: So klappt’s

So kommst du zu einer Genossenschaftswohnung in Deutschland

Du suchst eine Wohnung, hast aber Schwierigkeiten etwas Passendes zu finden? Die Wohnungen, die eigentlich in dein Suchprofil passen liegen über deinem festgelegten Budget? Es gibt trotzdem eine Möglichkeit, wie du vielleicht an deine preiswerte Traumwohnung kommst: nämlich eine Genossenschaftswohnung. Wir zeigen dir, wie’s geht!

Was genau sind Genossenschaften und wie funktioniert dieses System?

Eine Genossenschaft ist ein Zusammenschluss von Personen, die einen gemeinsamen Zweck verfolgen und diesen damit erleichtern wollen. Ihre drei Grundprinzipien sind:

  • Selbsthilfe
  • Selbstverantwortung
  • Selbstverwaltung.

Eine Genossenschaft würde also versuchen, dir eine Genossenschaftswohnung zu suchen, die für dich bezahlbar ist und mit der du zufrieden bist. Deine Versorgung mit günstigem und bezahlbarem Wohnraum liegt im Interesse einer Wohnungsgenossenschaft.

Du fragst dich, wie das System einer Genossenschaft funktioniert? Eine Genossenschaft wird durch ihre Mitglieder geführt. Diese Mitglieder wählen ihre Vertreter in der Regel alle 5 Jahre. Diese wählen wiederum einen Aufsichtsrat, welcher den Vorstand bestellt. Vom Vorstand werden dann die Mitarbeiter der Genossenschaft beschäftigt.

Hauptaufgabe einer Wohnungsgenossenschaft ist dabei, Wohnraum zu schaffen und diesen zu verwalten. So besteht die Möglichkeit, den Mitgliedern der Genossenschaft immer ausreichend Genossenschaftswohnungen zur Verfügung zu stellen. Die Möglichkeit als Mitglied einer Genossenschaft eine preisgünstige Wohnung zu bekommen ist also wesentlich höher, als alleine auf die Suche zu gehen. Hier findest du eine Übersicht der Genossenschaften aus deiner Stadt.

So funktionieren Genossenschaftswohnungen in Deutschland

Zeit für etwas Genossenschaftswohnung Geschichte

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, mit zunehmender Landflucht, wuchsen die Städte von Tag zu Tag. Es gab kaum freie Wohnungen und jene, die frei waren, konnten sich die einfachen Leute nicht leisten. 1889, nachdem neue und günstige Gesetze in Preußen durchgesetzt worden waren, kam es zu einer regelrechten Gründungswelle von Wohnungsgenossenschaften in ganz Deutschland. Es wurden überall neue Gebäudekomplexe geschaffen, bis hin zum Ersten Weltkrieg, der eine Stagnation mit sich brachte. Jedoch ging es in den Folgejahren wieder genauso weiter mit Gründungen und Neubauten. Wohnungsgenossenschaften spielen bis heute in den großen Ballungszentren eine wichtige Rolle, obwohl die Anzahl der Wohnungsgenossenschaften seit 2005 leicht rückläufig ist.

Deine Vorteile, wenn du Mitglied einer Genossenschaft wirst

Hast du es geschafft, in eine Genossenschaft reinzukommen, dann kannst du dich freuen. Hier kommen die wichtigste Vorteile, die du dann hast:

  • du kommst leichter an eine Genossenschaftswohnung
  • du erlangst ein lebenslanges Mietrecht,da du nicht nur Mieter, sondern auch Miteigentümer bist. Dadurch hast du natürlich eine viel größere Sicherheit im Vergleich zu einem Mieter, denn selbst eine Kündigung wegen Eigenbedarf ist ausgeschlossen.
  • als Mitglied hast du ein Mitspracherecht
  • 90 % der 2,2 Millionen Genossenschaftswohnungen in Deutschland sind saniert. Du wirst also mit hoher Wahrscheinlichkeit in keiner abgewohnten Bude landen.

Das klingt so natürlich alles recht entspannt, ein Nachteil ist aber, dass Genossenschaften nur die Wohnungen zur Verfügung stellen können, die ihnen auch gehören. Wohnungen außerhalb dieses Kriteriums werden nicht gelistet und tauchen somit im Angebot nicht auf. Ein Risiko, da dir so vielleicht deine Traumwohnung entgeht. Es ist jedoch ein kleines annehmbares Risiko.

So findest du eine Genossenschaftswohnung in Deutschland

Mitglied einer Genossenschaft werden

Nun fragst du dich sicherlich, wie du so einer Genossenschaft beitreten kannst? Das ist gar nicht so schwer. In Deutschland musst du lediglich eine natürliche oder juristische Person sein (lies hier, was das genau ist). Zusätzlich musst du einen bestimmten Anteil zahlen, den du bei Auszug aus deiner jeweiligen Wohnung allerdings wieder zurückbekommst. Hier gibt es jedoch einen kleinen Haken: Denn die Genossenschaft hat zwei Jahre Zeit, um dir deinen Anteil zurückzahlen.

Eine Mitgliedschaft ist also vor allem dann ratsam, wenn du die Wohnungssuche über einen längeren Zeitraum angehst.

Vielleicht ein kleiner Nachteil, falls du etwas mehr investiert hast und das Geld nach deinem Auszug sofort benötigst. Manche Genossenschaften verlangen zudem noch ein zusätzliches „Eintrittsgeld“, welches du nicht zurückerstattet bekommst. Wenn du deine Traumwohnung bei einer Genossenschaft gefunden hast, solltest du nicht sofort Mitglied werden in der Hoffnung, dass du dann automatisch diese Wohnung bekommst. Denn vor allem bei den beliebten Objekten gibt es lange Wartezeiten. Eine Mitgliedschaft ist also vor allem dann ratsam, wenn du die Wohnungssuche über einen längeren Zeitraum angehst.

Des Weiteren ist es wichtig, dass du dich vorher genau über die jeweilige Genossenschaft informierst. Denn vor allem bei älteren bzw. großen Genossenschaften ist die Wahrscheinlichkeit schnell in eine Wohnung einziehen zu können höher, da sie über einen festen Immobilienbestand verfügen.

Der Eintritt in eine Genossenschaft ist für jeden Wohnungssuchenden eine Überlegung wert und bietet wie so vieles Vor- und Nachteile, die individuell bewertet werden müssen.

Hier noch ein Video für dich, dass das Prinzip Genossenschaftswohnung und Genossenschaften in Deutschland gut erklärt :)

https://www.youtube.com/watch?v=hRbcfF4w3oo

Hi ich bin Klara! In den nächsten Monaten werdet ihr mich öfter auf dem zoomsquare Blog antreffen. Freue mich auf eure Kommentare :)